Zu den aktuellen Ereignissen in Braunschweig bezüglich diverser Naziaktivitäten und im Hinblick auf den kommenden Naziaufmarsch am 4.Juni nächsten Jahres, haben die Ultras Braunschweig 2001 (Ub 01) eine kurze Zusammenfassung in Form eines Flyers erstellt, welchen wir diesem Artikel beifügen werden.
An dieser Stelle möchten wir unsere Solidarität mit den UB 01 zum Ausdruck bringen.
Es geht uns nicht primär um die Eintracht, Fußball oder sonstige derlei Dinge sondern um die Tatsache, dass die faschistischen Umtriebe ind Braunschweig stark zugenommen haben und wir es für wichtig und notwendig halten sich diesen Umtrieben entschlossen entgegenzustellen!
Flyer der Ultras Braunschweig 2001:
Gegen Nazis – Im Stadion & überall!
4.Juni – Naziaufmarsch verhindern!
Am Samstag, den 27. November 2010 kam es durch faschistische Hooligans (unter anderem Mitglieder der Gruppierung „Kategorie Braunschweig (KBS)“), welche fest in der „Fanszene“ von Eintracht Braunschweig verankert sind, zu einem erneuten Angriff auf die Gruppe Ultras Braunschweig (UB).
Während des Landesliga-Spiels der Handballdamen von Eintracht Braunschweig in der Sporthalle „Alte Waage“ versuchten etwa 20-25 Personen eine gewaltsame Auseinandersetzung mit den Ultras Braunschweig herbeizuführen.
Dabei wurde schnell deutlich, dass der Grund des Angriffes die antifaschistische Arbeit der Ultras Braunschweig war. Die Angreifer versuchten beispielsweise durch den „Hitlergruß“ zu provozieren, trugen Mobilisierungs-Buttons für den Naziaufmarsch am 4. Juni nächsten Jahres in Braunschweig und sind größtenteils als bekannte faschistische Hooligans identifiziert worden. Da die UB nicht auf die Provokationen eingingen und der Hallenwart die Polizei informierte, kam es zu keiner direkten körperlichen Konfrontation.
Bei diesem Angriff handelte es sich allerdings nicht um den ersten Versuch von rechten Fußballfans, UB wegen ihrer politischen Arbeit gegen Faschismus und Rassismus anzugehen. Insbesondere in der jüngeren Vergangenheit mehren sich Angriffe, Drohungen und Anschläge auf Mitglieder der UB oder den Treffpunkt der Gruppe.
So kam es Ende Februar diesen Jahres vor der Diskothek MERZ in der Braunschweiger Innenstadt zu einem derartigen Vorfall, als AktivistInnen der UB und andere AntifaschistInnen von Mitgliedern der Fangruppe Liontology angepöbelt wurden. Dabei skandierten jene rechtsradikale Parolen wie „Ausländer raus!“ und „Sieg Heil“!“, dazu wurde der Hitlergruß gezeigt. Nach kurzer Gegenwehr ergriffen die Provokateure die Flucht.
Im April kam es dann zu einem versuchten Angriff auf die Räumlichkeiten der Ultras, als faschistische Hooligans versuchten sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen, ein anderer ihrer Kameraden hatte kurz vorher ebenfalls mehrfach gegen Tür und Fensterfront geschlagen und getreten. Und auch während bzw. nach dem folgenden Heimspiel der Braunschweiger Eintracht traten einer oder mehrere unbekannte TäterInnen eine Scheibe der Fensterfront kaputt. Begleitet wird dies von zahlreichen Drohungen und Beleidigungen, dabei bedienen sich die Angreifer antisemitischer Parolen oder dem Nazi-Jargon wie „UB-Juden“ oder „Antifa-Zecken“, sowie „Zecken-Ultras“.
Seit vielen Jahren ist ein faschistisches Weltbild im Braunschweiger Hooligan-, und vereinzelt auch im Fanspektrum, fest verankert.
Mitglieder der einzelnen Hooligan-Gruppen, allen voran Kategorie Braunschweig, sind darüber hinaus ebenfalls in verschiedenen Nazistrukturen aktiv. So zeigt sich, dass es sich nicht nur um eine rechtsoffene Einstellung der Gruppen handelt, sondern sie auch konkrete Überschneidungen mit der Naziszene besitzen. Bei KBS finden sich somit Nazis, die auch bei den nunmehr aufgelösten „Autonomen Nationalisten Harz und Heide“ aktiv waren.
KBS ist, wie andere Gruppen, ein fester Bestandteil der „Fanszene“. Auch die nicht anderweitig organisierten Mitglieder beweisen ihre Einstellung durch das Tragen von Thor Steinar oder der Verwendung des Wortes „Jude“ als Schimpfwort gegenüber anderen Vereinen oder ihren AnhängerInnen. Ebenso gehören antisemitische und antiziganistische Rufe zu dem normalen Verhalten am Spieltag.
Demgegenüber in nichts nachstehend beweisen sich die „Fetten Schweine/Hungerhaken“ (FSHH), denen Mario Blütchen, einer der führenden Köpfe der „Autonomen Nationalisten Wolfenbüttel/Salzgitter“, angehört. Die AN WF/SZ nahmen unter anderem an Naziaufmärschen wie in Bad Nenndorf teil, und auch andere Personen aus der Hooligan-Szene zeigten sich schon bei verschiedensten Aufmärschen, wenngleich sie sich nicht alle fest in anderen Nazistrukturen organisieren.
Wir empfinden die stillschweigende Akzeptanz von Faschisten und/oder faschistischer bzw. reaktionärer Gesänge im Umfeld der Fußball-„Fanszene“ von Eintracht Braunschweig als eine ernsthafte Bedrohung für jene Menschen, die nicht in das reaktionäre Weltbild der Nazis passen. Dieser gefährliche Fakt wird gerne verkannt und sich stattdessen die Ultras Braunschweig als Zielscheibe gesucht, um ihnen absurderweise vorzuwerfen, dass sie Eintracht Braunschweig zu sehr politisieren würden.
Inzwischen wird seitens der Nazis auf massive, gewaltsame Übergriffe gesetzt, die einzig und allein der Einschüchterung dienen. Wir fordern daher auch andere Fans, ZuschauerInnen und neutrale BeobachterInnen der Braunschweiger Eintracht auf, sich endlich bewusst zu werden, worum es bei diesen Anfeindungen und Angriffen geht: Um faschistische Übergriffe auf AntifaschistInnen, die schon lange nichts mehr mit einer „normalen“ Fußballrivalität zu tun haben.
Wir lassen uns nicht einschüchtern und setzen hierbei auf eine breite antifaschistische Solidarität. Diesen Negativentwicklungen in Braunschweig gilt es sich gemeinsam und entschlossen entgegenzustellen.
Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren
Nazis raus aus der „Fanszene“ – Kein Fußbreit den Faschisten!
Naziaufmarsch am 4. Juni in Braunschweig verhindern!
Ultras Braunschweig im Dezember 2010